Workshop „Protection of Cultural Property in Peace Support Operations”
Bregenz, 19. - 23. Juni 2006
Seit nunmehr zehn Jahren veranstaltet das Österreichische
Bundesheer – ursprünglich auf Ersuchen der UNESCO
– Seminare und Symposien zur Thematik des militärischen
Kulturgüterschutzes. Ziel dieser Veranstaltungen sollte
es sein, weg vom grünen Tisch, Kulturgüterschutz
bei militärischen Einsätzen in realen Übungen
„anschaulich“ zu machen und die so gewonnenen
praktischen Erkenntnisse zu analysieren, um sie für zukünftige
Überlegungen berücksichtigen zu können. So
wurden anfänglich die Bedürfnisse des Kulturgüterschutzes
bei „klassischen“ militärischen Einsätzen
diskutiert und in Form von „Planspielen“ praktisch
geübt, während das Symposium 2001 in Bregenz
– erstmalig - abgestimmt auf das gewandelte Schwergewicht
der militärischen Einsätze des Bundesheeres –
den Schutz von Kulturgut bei Internationalen Einsätzen
zum Inhalt hatte.
Vom 19. bis 23. Juni wurde abermals in Bregenz unter Führung
des Projektleiters Bgdr Mag. Karl Edlinger, Leiter FGG 1 im
Führungsstab, des Projektoffiziers ObstdIntD Dr. Michael
Pesendorfer von der 7. JgBrig in seiner Funktion als Chief
LegAd/EUFOR sowie des Projektbeauftragten ObstltdhmfD Dr.
Hubert Speckner von der Militärgeschichtlichen Forschungsabteilung
des Heeresgeschichtlichen Museums als Verbindungsoffizier/Kulturgüterschutz
im Führungsstab in Zusammenarbeit mit dem Militärkommando
Vorarlberg und der ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT FÜR
KULTURGÜTERSCHUTZ ein Kulturgüterschutz-Workshop
durchgeführt, der – höchst aktuell –
den Schutz von Kulturgut bei EU-Einsätzen zum Thema hatte.
Dementsprechend war das „Rechtsregelwerk“, das
der auf dem Workshop diskutierten und gespielten militärischen
Operation „Pallas Athena“ zugrunde lag –
völlig auf die politische, kulturelle und historische
Situation eines aktuellen EU-Einsatzes abgestimmt.
Das wesentliche Ziel des Workshops war einerseits das Zusammenspiel
zwischen den im Einsatzraum befindlichen Kräften –
dem Rechtsberater des Kommandanten (= „Legal Adviser“)
sowie den Verbindungsoffizieren zu den jeweiligen lokalen
Behörden (= „Liasion Officer/Protection of Cultural
Property“) – und andererseits das Durchspielen
und Analysieren von realen Anlassfällen des militärischen
Kulturgüterschutzes im Einsatzraum.
Dementsprechend setzte sich der Teilnehmerkreis des Workshops
zu einem beträchtlichen Teil aus juristisch gebildeten
Offizieren und zivilen Juristen der europäischen Armeen,
Verbindungsoffizieren für den militärischen Kulturgüterschutz
sowie Offizieren für die zivil-militärische Zusammenarbeit
(CIMIC) zusammen. Die Teilnehmer kamen, neben Österreich,
aus Lettland, der Schweiz, Rumänien, der Slowakei, Griechenland,
der Tschechischen Republik, den Niederlanden, Estland, Litauen,
Deutschland und Bosnien-Herzegowina sowie von den Internationalen
Organisationen UNESCO, ICRC, dem EU Military Staff und dem
International Institute of Humanitarian Law (IIHL) in San
Remo (Italien).
Weiters nahmen Repräsentanten des Bundesministeriums
für Bildung, Wissenschaft und Kultur, des Bundesdenkmalamtes
sowie der ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT FÜR KULTURGÜTERSCHUTZ
und der DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR KULTURGUTSCHUTZ teil.
Als Ehrengast und Referentin konnte Frau Bundesministerin
a.D. Dr. Sonja Moser-Stiegelbauer in ihrer Funktion als „Special
Representative of the Secretary General of the Council of
Europe in Bosnia and Herzegovina” begrüßt
werden.
Als Ergebnis des Workshops, dem ein umfangreiches Handbuch
mit wissenschaftlichen Aufsätzen zu aktuellen Problemstellungen
des humanitären Völkerrechts, zahlreichen Anlassfällen
für den militärischen Kulturgüterschutz sowie
dem Befehlsapparat samt der legistischen Grundlage für
die in Feldkirch gespielte Lage „Operation Pallas Athena”
zugrunde lag, wurde durch ein „Drafting Team”
– bestehend aus Vertretern der verschiedenen Arbeitsgruppen
– ein Arbeitspapier erstellt, das als „Bregenz
Paper” internationale Beachtung finden wird.

Feierliche Eröffnung des Workshops

„Impulsreferat“ der Frau Bundesministerin
a.D. Dr. Sonja Moser- Stiegelbauer bei der Workshop-Eröffnungsfeier
in der Vorarlberger Landesbibliothek in Bregenz.

Griechische, Schweizer und österreichische
Teilnehmer des Workshops diskutieren die Problematik des Schutzes
von Kulturgut bei Internationalen Einsätzen in der Schattenburg
in Feldkirch.

Task Force Commander Oberst
Udo Tittler und sein COO Mjr Ralf Bail weisen die Workshop-Teilnehmer
als „Reconnaissance Team“ in die Lage und das
Gelände der „Task Force Feldkirch“ ein.
Alle Fotos © MilKdo V
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